Tuberkulose

Tuberkulose oder auch kurz TBC ist auch als Schwindsucht oder Morbus Koch bekannt. Es handelt sich dabei um eine bakterielle, chronisch verlaufende Infektionskrankheit.

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete Krankheit, die v.a. in Entwicklungsländern sehr häufig auftritt. Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung infiziert sich im Laufe des Lebens mit Tuberkulose. In Deutschland fällt die Tuberkulose unter das Infektionsschutzgesetz. Erkrankungs- und Todesfälle sind meldepflichtig. So gab es hierzulande im Jahr 2009 insgesamt 4.444 Neuerkrankungen, darunter 155 Todesfälle. Weltweit sterben jährlich etwa zwei Millionen Menschen an Tuberkulose. Ein schlechter Ernährungszustand, ungünstige soziale Verhältnisse, Alter, Stress, Alkoholismus, Drogenkonsum und eine geschwächte körpereigene Abwehr (durch vorherrschende Krankheiten wie AIDSDiabetes mellitus, Tumorerkrankungen) oder die Einnahme bestimmter Präparate, die die Immunabwehr drosseln, begünstigen die Infektion und Erkrankung.

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Symptome und Ursachen von Tuberkulose

Tuberkulose wird von Mykobakterien verursacht, die meist die Lunge des Menschen befallen. Diese auch als Tuberkel-Bakterien bezeichneten Erreger sind unbewegliche, säurestabile Stäbchenbakterien. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch den Direktkontakt mit Menschen, die an einer offenen Tuberkulose leiden. Bei diesen gelangen die Bakterien mit Hustenauswurf (Lungentuberkulose), Urin (Harnwegstuberkulose), Stuhl (Darmtuberkulose) oder durch den Magensaft nach außen. Die Erreger werden meistens über eine Tröpfcheninfektion durch Sprechen, Niesen oder Husten übertragen. Die Keime verbleiben dabei oft stundenlang in der Raumluft. Doch nur ungefähr 5 bis 15 Prozent der Personen, die sich durch Tröpfcheninfektion mit Tuberkulose infizieren, erkranken tatsächlich. Die Krankheit bricht meist bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem aus oder bei genetisch bedingter Determination.

Der Krankheitsverlauf kann in zwei Stadien unterteilt werden:

  • Primärtuberkulose: Krankheitserscheinungen einer Tuberkulose im Rahmen der Erstinfektion mit den Mykobakterien. Sie ist durch einen einzelnen Entzündungsherd gekennzeichnet, der sich in der Regel in der Lunge befindet (pulmonale Tuberkulose) und sich im weiteren Hergang abkapseln kann. Die Mykobakterien können sich jedoch auch im Körper vermehren und andere Organe als die Lunge befallen (extrapulmonale Tbc).

  • Postprimärtuberkulose: Eine erneute Erkrankung an Schwindsucht nach überstandener Primärtuberkulose (Reaktivierungskrankheit). Dies betrifft ungefähr 10 Prozent der mit Tuberkel-Bakterien infizierten Personen.

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Sind die Mykobakterien im Auswurf (Sputum) nachweisbar, handelt es sich um eine „offene“ Tuberkulose. Wenn die Erreger in anderen Körpersekreten vorhanden sind, spricht man von „potentiell offener“ Tuberkulose. Es gibt allerdings auch Formen der geschlossenen, d.h. nicht ansteckenden, Tuberkulose.

>Die Inkubationszeit der Tuberkulose kann Wochen bis Monate betragen. Eine Primärtuberkulose bricht meist etwa eineinhalb bis zwei Monate nach der Infektion mit den Tuberkulose-Keimen aus. Die postprimäre Tuberkulose kann Jahre nach der Infektion beginnen. Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten, wenn man den Erreger mikroskopisch nachweisen kann.

Krankheitserreger werden im Regelfall durch das körpereigene Abwehrsystem bekämpft. Fresszellen, sogenannte Makrophagen, nehmen Bakterien auf und zerstören sie. Die äußere Wand der Tuberkel-Bakterien hat allerdings einen besonderen Aufbau. Dadurch können die Tuberkulose-Erreger den Angriff überleben und sich vermehren. Die Fresszellen zerfallen und es entsteht ein Entzündungsherd, der als Primäraffekt bezeichnet wird. Die Mykobakterien wandern in die nächstgelegenen Lymphknoten. Diese schwellen aufgrund der Bildung spezieller Abwehrzellen an. Primäraffekt und der Befall der Lymphknoten werden als Primärkomplex bezeichnet.

Innerhalb der Entzündungsreaktion können sich die Erregerherde im Bindegewebe abkapseln und verkalken. In ihnen können noch immer lebensfähige Tuberkulose-Bakterien vorhanden sein, die noch nach Jahrzehnten, beispielsweise durch eine Abwehrschwäche, reaktiviert werden können und so die Postprimärtuberkulose hervorrufen. Diesen verkalkten Primärkomplex kann man im Röntgenbild nachweisen. Verbreiten sich die Tuberkel-Bakterien über das Blut im Körper, können also an verschiedenen Organen Tuberkulose-Herde entstehen. Heilen diese nicht ab, entwickelt sich eine Organtuberkulose. Die Erregerherde verflüssigen sich und bilden eine flüssigkeitsgefüllte Höhle (Kaverne). Bildet sich durch das Einschmelzen der Herde eine Verbindung der Kaverne zu einem „Kanal-System“ wie zum Beispiel zu Blut- oder Lymphgefäßen, Harnleiter oder Bronchien, können die Tuberkulose-Keime in andere Regionen streuen und erneut Herde entwickeln oder durch Husten bzw. über den Urin an die Umwelt gelangen (offene Tuberkulose).

Werden beim Einschmelzen Blutgefäße verletzt, kann es zu Lungenblutungen mit blutigem Husten kommen. Neben der mit etwa 80 Prozent häufigsten Organtuberkulose, der Lungentuberkulose, können auch Tuberkulosen in Nieren, Knochen, Nebennierenrinden, Augen oder Gehirn vorkommen.

Im Stadium der Primärtuberkulose treten selten oder nur sehr unspezifische Symptome wie eine leichte Temperaturerhöhung, Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Husten, oder Nachtschweiß auf.

Darüber hinaus können sich ausgehend vom Primärkomplex bei einem geschwächten Immunsystem folgende Krankheitsbilder entwickeln:

  • Die Hiluslymphknoten-Tuberkulose tritt auf, wenn die Tuberkulose-Erreger über die Lymphflüssigkeit in weiter entfernte Lymphknoten des Brustkorbs abwandern. Die Bronchien werden abgedrückt und einige Bereiche der Lunge erhalten zu wenig Sauerstoff.

  • Zu einer Miliartuberkulose kommt es, wenn sich die Schwindsucht-Bakterien über das Blut ausbreiten und in andere Organe streuen. Diese Herde rufen zwar keine Beschwerden hervor, sind aber häufig später für eine Postprimärtuberkulose verantwortlich und daher sehr gefährlich. Betroffene Organe sind oft die Lunge, aber auch Leber und Milz.

  • Die nasse Rippenfellentzündung (Pleuritis exsudativa) entsteht bei einer Mitbeteiligung des Rippenfells (Pleura) an der Entzündungsreaktion des Primärkomplexes. Atembeschwerden können durch die Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge hervorrufen werden.

  • Meningitis tuberculosa wird bei der Ausbreitung der Erreger auf dem Blutweg bis in die Hirnhaut verursacht. Die sich bildenden Schwindsucht-Herde können eine oft tödliche Hirnhautentzündung (Meningitis) auslösen.

  • Bei der galoppierenden Schwindsucht handelt es sich um eine gefährlich verlaufende Form einer Lungentuberkulose.

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Bei einer fortgeschrittenen Tuberkulose-Erkrankung hustet der Patient Blut, im Extremfall kann es zu einem Blutsturz (arterielle Lungenblutung) kommen.

Bei einem sehr geringen Prozentsatz aller Tuberkulose-Erkrankungen ist das Mycobacterium bovis ursächlich. Bakterien dieser Art können von infizierten Rindern durch nicht pasteurisierte Milch (Rohmilch) auf den Menschen übertragen werden. Daher sollte man nur pasteurisierte Milch trinken.

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Gängige Behandlung von Tuberkulose

Husten mit gelblich-grünem Schleim, der länger als drei Wochen andauert, unspezifische Anzeichen wie leichtes Fieber, Müdigkeit, unklare Gewichtsabnahme und Nachtschweiß über einen längeren Zeitraum, deuten auf eine Tuberkulose-Erkrankung hin. Suchen Sie, wenn Sie bei sich solche Symptome vorfinden, unbedingt einen Arzt auf. Gehen Sie auch zum Arzt, wenn Sie mit einem unbehandelten Tuberkulose-Erkrankten Kontakt hatten, denn die Heilungschancen bei Schwindsucht hängen unter anderem davon ab, wie schnell die Erkrankung erkannt und behandelt wird und welche Organe betroffen sind.

Prinzipiell ist bei jeder aktiven Tuberkulose eine Behandlung notwendig. Bei einer offenen Tuberkulose, d.h. wenn die krankheitserregenden Bakterien ausgeschieden werden, erfolgt die Therapie stationär. Der Betroffene wird im Krankenhaus für drei bis vier Wochen isoliert. Danach ist eine behandelte Tuberkulose nicht mehr ansteckend, und die Isolation wird aufgehoben. Ist die regelmäßige Einnahme der Medikamente gewährleistet, kann die Therapie zuhause fortgesetzt werden.

Die Tuberkulose wird immer mit einer Kombination verschiedener Antibiotika bekämpft, da die Möglichkeit besteht, dass einige Mykobakterien bereits gegen einen der Wirkstoffe resistent sind und die unterschiedlichen Medikamente auf jeweils verschiedene Weise wirken. Manche Präparate töten die Keime direkt ab, andere verhindern eine weitere Vermehrung der Tuberkel-Bakterien.

Standard bei der Kurzzeittherapie der Lungentuberkulose ist eine Behandlung mit Antibiotika, die ein halbes Jahr andauert. Zu Therapiebeginn, in der Initialphase, erhält der Tuberkulose-Erkrankte zwei Monaten lang einen Wirkstoffmix aus Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol oder Streptomycin. In der Stabilisierungsphase bekommt der Patient die Wirkstoffe Isoniazid und Rifampicin mit einer Dauer von vier Monaten. Ein verfrühter Abbruch der Tuberkulose-Behandlung kann zu resistenten Bakterienstämmen führen und die genutzten Medikamente sind dann nicht mehr wirksam, wenn die Schwindsucht erneut ausbricht. Daher ist es von enormer Wichtigkeit, die Präparate so lange einzunehmen wie der Arzt es verordnet hat, auch wenn man keine Anzeichen von Tuberkulose bei sich mehr feststellen kann. Meist sind die einzelnen Medikamente gut verträglich. In Einzelfällen kann es aber zu schweren Nebenwirkungen kommen, gerade auch deshalb sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig.

Parallel werden Medikamente, die den Hustenreiz unterdrücken, sogenannte Hustenstiller, verabreicht. Im Angebot unserer Versandapotheke medikamente-per-klick finden Sie viele hustenstillende Medikamente wie Sedotussin Hustenstiller Saft, Silomat DMP Pastillen oder Monapax® Tropfen. Zudem ist es ratsam, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten und mögliche Begleiterkrankungen, die die körpereigene Abwehr schwächen, zu behandeln.

Der Tuberkulose-Patient wird dann mindestens weitere zwei Jahre regelmäßig ärztlich untersucht und auf Rückfälle überwacht.