Kinderlähmung

Symptome und Ursachen von Kinderlähmung

Pediatrics doctor giving a child vaccine injectionDie v.a. als Kinderlähmung bekannte Poliomylitis (kurz Polio) bzw. Heine–Medin–Krankheit ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die durch Polioviren hervorgerufen wird und beim Betroffenen durch den Viren – Befall der muskelsteuernden Nervenzellen des Rückenmarks bleibende Lähmungserscheinungen der unteren Extremitäten erzeugt und in seltenen Fällen bis zum Tod führen können. Gefährdet sind v.a. drei- bis achtjährige Kinder, gelegentlich auch ältere Personen bis ins Erwachsenenalter hinein. Da Polio–Viren mittels Tröpfcheninfektion oder fäkal–oral übertragen werden, sind v.a. auch Eltern von betroffenen Säuglingen gefährdet. D.h. befinden sich die Kinderlähmung verursachenden Viren im Nahrungskreislauf, werden sie über die Lebensmittel aufgenommen und über den Stuhl wieder ausgeschieden. Eltern könnten sich beim Wechseln der Windeln mit den Polio–Erregern infizieren. Bereits wenige Stunden nach der eigenen Ansteckung wird der Betroffene über drei bis sechs Wochen selbst infektiös.  In Deutschland wird gegen Kinderlähmung konsequent geimpft, so dass seit ungefähr 20 Jahren kein Fall von Kinderlähmung bekannt ist. In der an sich positiven Tatsache, dass Kinderlähmung in unseren Breiten inzwischen fast vergessen ist, liegt ein großes Risiko: Eltern fühlen sich sicher  und lassen ihre Kinder nicht mehr gegen Kinderlähmung impfen. Dies könnte zu einer neuen Polio–Endemie in Europa führen.

In der ersten Krankheitsphase, etwa sieben bis vierzehn Tage nach der Ansteckung, vermehren sich die Polio – Viren im menschlichen Organismus. Die Symptome der Kinderlähmung sind dabei denen einer Grippe ähnlich. Fieber, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen gehören dazu. In der Mehrzahl der Fälle endet die Krankheit mit dem Abklingen der Anzeichen. Jede zusätzliche Belastung jedoch wie körperliche Anstrengungen, Wunden, Impfungen oder Operationen können in dieser Phase zum Ausbruch der Lähmungserscheinungen führen. Bei fünf bis ungefähr zehn Prozent kommt es nach einer beschwerdefreien Woche zum Eindringen der Polio – Viren in das zentrale Nervensystem und die zweite Krankheitsphase beginnt. Das Kind erleidet eine Hirnhautentzündung, infolgedessen kommt es zu motorischen Störungen bis hin zur Muskellähmung. Wenn die Viren eine Entzündung der basalen Hirnareale hervorrufen, werden Nerven gelähmt, die für das Schlucken oder für die Atmung bzw. des Kreislaufs verantwortlich sind. Dies kommt zwar in den Fällen von Kinderlähmung selten vor, ist aber lebensbedrohlich. Symptome innerhalb dieser Krankheitsphase von Polio sind Fieber um die 39 Grad Celsius, Kopfschmerzen, steifer Nacken, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen sowie schlaffe asymmetrische Lähmungen, insbesondere an den Beinen mit zunehmendem Muskelschwund, Versteifungen oder Beinverkürzungen.

Entsprechend der oben beschriebenen verschiedenen Verläufe lässt sich Kinderlähmung  in drei Typen unterteilen:

  • Abortive (gemilderte) Polio: Sechs bis neun Tage nach der Infektion – ohne Infizierung des Zentralnervensystem, d.h. Gehirn und Rückenmark – treten wenig kennzeichnende Anzeichen wie Fieber, Übelkeit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen auf.
  • Nicht-paralytische Polio (aseptische Meningitis): Drei bis sieben Tage abortiver Polio treten Symptome wie Fieber, Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen und Muskelschmerzen auf; das Zentralnervensystems  ist infiziert.
  • Paralytische Polio: Das Zentralnervensystem ist infiziert, ein bis zwei Tage nach nicht – paralytischer Polio Symptome kommen Symptome wie asymmetrische Lähmungen, insbesondere der Beine,  und bleibende Körperschäden hinzu.

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Gängige Medikation bei Kinderlähmung

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht schutzlos den Polio – Viren ausgeliefert ist. Lassen Sie es impfen! Die erste Impfung kann ab dem dritten Lebensmonat durchgeführt – und muss danach mehrfach wiederholt –  werden. Gerade vor Auslandsreisen in weniger entwickelte Länder sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind  hinreichend gegen Kinderlähmung geschützt ist, da die Ansteckungsgefahr ist in diesen Gebieten um eine vielfaches höher als in Westeuropa ist.

Ist Ihr Kind erst einmal infiziert, kann der Erreger nicht direkt bekämpft werden. Eine Behandlung  beschränkt sich daher lediglich auf die vorhandenen Symptome. So ist eine strenge Bettruhe, auch schon bei Verdacht auf Kinderlähmung und der Gang zum Arzt dringend erforderlich. Sobald Lähmungserscheinungen auftreten muss das Kind in einem Krankenhaus versorgt werden.

Während der Bettruhe sollte man auf eine muskelentspannende, wechselnde Lage achten. Die Schmerzen können durch warme Wickel und Schmerzmittel wie behandelt werden. Dolormin für Kinder 2% Ibuprofen Suspension  aus unserer Versandapotheke beispielsweise ist für Kinder ab sechs Monaten geeignet. Um eine Rückgratverkrümmung zu verhindern, muss das Kind stets mit gestreckter Wirbelsäule gelagert werden. Durch Krankengymnastik während und auch nach der Krankheit, sollen die Schäden an der Muskulatur möglichst gering gehalten werden.

In schweren Fällen, d.h. bei einer paralytischen Polio ist eine  maschinelle Beatmung und intensivmedizinische Betreuung nötig.