Ischias

Heftige Schmerzen im unteren Rückenbereich und in den Beinen entpuppen sich häufig als „Ischias„. Etwa 120.000 Personen leiden Jahr für Jahr an den Beschwerden, die ein berüchtigter eingeklemmter Nerv verursacht: der Ischiasnerv. Betroffene vergessen diese Rückenschmerzen so bald nicht wieder, ziehen sie sich doch vom Bereich der Lendenwirbel bis ins Bein. Im Fachjargon wird das Krankheitsbild als Ischialgie bezeichnet.

 

Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus)

„Nervus ischiadicus“ heißt der berüchtigte und längste Körpernerv, der sich in eingeklemmtem Zustand quälend bemerkbar macht. Von einem eingeklemmten Nerv wird gesprochen, wenn das umliegende Gewebe übermäßig Druck auf den Nerv ausübt. Das wiederum führt zu einer Beeinträchtigung der Körperfunktionen, da der Körper mit zahlreichen Nervenbahnen ausgestattet ist. Diese Nervenfasern vernetzen die Steuerzentrale im Gehirn sowie das Rückenmark, das ebenfalls Teil des zentralen Nervensystems ist. Grob lassen sich die Nerven in motorische Nerven (Muskelnerven) und sensible Nerven (Gefühlsnerven) unterteilen.

 

Ursachen

Monotones und fehlbelastetes Sitzen am Computer wirkt sich über kurz oder lang auf die Körperhaltung aus. Die menschliche Wirbelsäule besteht aus 24 Wirbeln. Werden diese Fragmente übermäßig strapaziert, kann das einen schmerzlichen Bandscheibenvorfall provozieren. Drückt eine Bandscheibe auf den Nerv, werden  Bewegungsimpulse und die Sensibilität am Bein beeinträchtigt. Ein Bandscheibenvorfall kann jedoch auch zu einem Hexenschuss führen. Einige Infektionen und Krankheiten drücken auf die empfindlichen Nervenzonen und stellen eine mögliche Ursache für Ischias-Schmerzen dar, hierzu zählen Borrelien, Herpesviren sowie Abszesse, Blutergüsse, Tumore oder Entartungen der Wirbelgelenke.

Der Ischias-Test

Ob es sich um einen eingeklemmten Ischiasnerv im Lendenbereich handelt, kann durch einen Test herausgefunden werden, den Lasègue-Test: Dabei legt sich der Patient zur Untersuchung in eine möglichst entspannte Rückenlage. Der Arzt führt ein Bein in gestreckter Position aufwärts. Sollten sich im 45-Grad-Winkel starke Schmerzen in der Oberschenkelregion und am Gesäß bemerkbar machen, deutet das typischerweise auf einen eingeklemmten Nerv im Lendenbereich hin. Beim Ischias strahlt der Schmerz vom Rücken ins Bein, nicht selten schießt er gar über die Knieregion hinaus.

 

Symptome

Brennend, elektrisierend oder stechend beschreiben Patienten den charakteristischen Ischias-Schmerz an Rücken und Bein bis hin zum großen Zeh. Je nachdem, welche Art des Nervs eingeklemmt ist, treten an den unmittelbaren Körperstellen sowie in den beteiligten Nervengebieten zusätzlich Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühl (Ameisengribbeln) oder Lähmungserscheinungen auf. Auch der Toilettengang kann schmerzlich in Erscheinung treten. Die Symptome zwingen die betroffene Person automatisch in eine Schonhaltung, und verstärken sich durch Körperreaktionen wie Niesen oder Husten. Durch die ausweichende Körperhaltung verspannen sich die Muskeln, sodass jede übermäßige Bewegung schmerzt. Oft nehmen die charakteristischen Symptome in der Nacht zu.

 

Behandlung von Ischias

Ischias wird der Art und des Verlaufs entsprechend ärztlich behandelt. Typische Anwendungen sind:

  • schmerzlindernder Medikation (z.B. mit Ibuprofen, Paracetamol sowie Diclofenac)
  • Wärmeanwendungen
  • Physiotherapie
  • Injektion an der Nervenwurzel bei anhaltenden Schmerzen

Eine weitere zügige Behandlung von Ischias sieht die Lagerung zur Entlastung der Lendenwirbelsäule bzw. der Bandscheiben vor. Erhöhen Sie Ihre Unterschenkel mit einem Kissen, sodass Knie und Hüfte im rechten Winkel entlastet werden.