Hirntumor

Zu den Hirntumoren zählen gutartige und bösartige Geschwülste im Gewebe des Gehirns. Über die Hälfte aller Hirntumore ist gutartig. In Deutschland sind Hirntumore als Krebserkrankung bei Erwachsenen relativ selten. Im Kindesalter treten Geschwülste im Gehirn im Vergleich zu anderen Krebsarten jedoch häufiger auf.

 

Verschiedene Arten von Hirntumoren

Experten unterscheiden mehrere Arten von Hirntumoren. Unterscheidungskriterium ist das Gewebe, in dem die Geschwülste entstanden sind. Häufig entstehen Hirntumore in den Stützzellen des Gehirn, den sogenannten Gliazellen. Diese Tumorarten werden als Gliome bezeichnet. Dazu zählen Astrozytome, Oligoendrogliome und Ependymome. Bösartige Formen der Astrozytome nennt man Glioblastome.

Außerdem können Tumore von folgenden Zellstrukturen ausgehen:

  • Hirnhäuten (Tumorbezeichnung Meningeome)
  • Hirnanhangdrüse (Tumorbezeichnung Hypophysentumore)
  • Hirnnerven (Tumorbezeichnung Neurinome).

Eine besondere Form der Gehirntumore sind primäre Lymphome des Zentralnervensystems. Sie entstehen aus Immunzellen, d.h. weißen Blutzellen, die sich außerhalb des Gehirns befinden: in Milz, Lymphknoten und im Blut.

Neben diesen primäre Tumoren, die im Gehirngewebe entstehen, gibt es auch die Hirnmetastasen. Hierbei handelt es sich um Tochtergeschwülste von Krebsarten, die ihren Ursprung in anderen Organen des Körpers haben. Krebserkrankungen wie Hautkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs oder Nierenkrebs siedeln sich häufig in Form von Metastasen im Gehirn an.

Hirntumore werden entsprechend ihres Wachstumsverhaltens und ihrer Bösartigkeit in verschiedene Grade I bis IV eingeteilt:

Grad I Gutartiger Tumor

Wächst sehr langsam und unterscheidet sich kaum von den Gewebszellen
z.B. Astrozytome Grad I

Grad II Noch gutartiger Tumor

Wächst in der Umgebung ein
Eine Entwicklung zu einem aggressiven Tumor ist möglich
z.B. Astrozytom Grad II

Grad III Bösartiger Tumore

Wachsen sehr schnell
z.B. Anaplastisches Astrozytom Grad III, Glioblastom Grad IV

Grad IV

 

Ursachen und Risikofaktoren für Hirntumore

Die Ursachen für die Entstehung von Gehirntumoren werden zur Zeit noch erforscht. Die Wissenschaftler untersuchen, in welchem Maß die nachfolgenden Faktoren Hirntumore verursachen oder begünstigen:

  • Genetische Ursachen: Bei einigen, seltenen Erbkrankheiten besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Hirntumoren. Neurofibromatose zählt dazu. Die Erbkrankheit zeigt sich durch Nerventumore.
  • Strahlentherapie: Gerade im Kindesalter kann eine solche Behandlungsmethode, die z.B. gegen Leukämie eingesetzt wird, die Entstehung von (Hirn-)Tumoren begünstigen.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter scheint auch die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch einer Krebserkrankung zu steigen. Dies begünstigt ebenfalls die Ausbildung von Hirntumoren.

Ob elektromagnetische Wellen durch den Mobilfunk oder Umweltgifte auch Ursache für Geschwulste im Zentralnervensystem in Frage kommen, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt.

 

Symptome bei einem Hirntumor

Gutartige Hirntumore wachsen oft nicht so schnell. Die Symptome, die sich dadurch zeigen, sind vieldeutig: u.a. Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, starke Müdigkeit, Gleichgewichtsstörungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen oder Muskelkrämpfe. Sie lassen sich vielen Krankheitsbildern zuordnen. Das wachsende Geschwulst wird deshalb oftmals nicht sofort erkannt. Bösartige Tumore wachsen meist wesentlich schneller. Entsprechend anders zeigen sich die Auswirkungen. Der Tumor nimmt Platz ein, der Druck in der Schädelhöhle wird größer. Hier treten starke Kopfschmerzen auf, Übelkeit und Erbrechen und auch Krampfanfälle (epileptische Anfälle) sowie Bewusstlosigkeit.

Auch Wesensveränderungen, etwa Aggressivität oder Teilnahmslosigkeit, können durch einen Tumor im Gehirn herbeigeführt werden. Doch auch dies ist ein Anzeichen, das viele andere Ursachen haben kann, wie Depression oder psychische Erkrankungen.

 

Diagnose bei Hirntumor

Ein spezielles Verfahren zur Frühbestimmung von Hirntumoren gibt es noch nicht. Der Arzt stellt seine Diagnose nach der Patientenbefragung, der Krankheitsgeschichte und einer körperlichen Untersuchung.

Besonders wichtige Methoden sind dafür bildgebende Untersuchungen wie Magnetresonanztomografie (MRT) bzw. Computertomografie (CT). Zusätzlich kann die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor) oder eine Messung der Hirnströme aufschlussreich für die Diagnose eines Hirntumors sein.

 

Behandlung von Hirntumoren

Zur Behandlung eines Hirntumors kommen 3 Möglichkeiten in Frage:

  • Operation
  • Bestrahlung
  • Chemotherapie.

Für jede Behandlungsmethode gibt es Vor- und Nachteile, über die der Patient ausführlich informiert werden muss.

Gutartige Tumore werden meist mittels Operation entfernt. Bösartige Tumore oder Tumore mit bestehendem Rückfallrisiko werden dagegen häufiger mit Bestrahlung oder – in Kombination – mit Chemotherapie zerstört. Eine psychosoziale Betreuung von Patient und Angehörigen begleitet die Behandlung.

Hinweis: Dieser Artikel enthält allgemeine Hinweise und ersetzt keine Diagnose oder einen Arztbesuch.