Borreliose

Zecken!Borreliose ist ein Überbegriff für eine Reihe von Infektionskrankheiten, die durch Bakterien aus der Gruppe der Borrelien (Spirochäten) übertragen werden. Dies erfolgt vor allem durch Bisse von Zecken, eine besonders große Milbenart, die sich von dem Blut von Wirbeltieren ernährt. Eine besondere Form dieser Krankheit ist die Lyme-Borreliose. Lyme ist eine Stadt in Connecticut (USA). Das Krankheitsbild ist nach dieser Stadt benannt. Dort wurde der Zusammenhang zwischen Zeckenbissen, der Infektion mit Borrelien und dem Auftreten von Gelenkbeschwerden in den 1970er Jahren erstmalig erkannt und beschrieben. 

Oft treten unmittelbar nach einem Zeckenbiss keine Beschwerden (Symptome) auf. Nach einer Inkubationszeit (der Zeitraum zwischen der Infektion und den ersten Symptomen) von einer Woche bis zu einem Monat kann es an der Bissstelle allerdings zu einer lokalen Infektion kommen. Diese erkennt man an einem roten Fleck, um den herum sich ein bis zwei rote Ringe bilden. Diese optisch sichtbaren Symptome können von einem Brennen oder Jucken begleitet aber auch beschwerdefrei sein.

 

Frühstadium der Borreliose

Nach etwa zwei Wochen tritt bei einigen Infiziereten die Borreliose-Grippe auf, deren Symptome einem grippalen Infekt ähneln. Dabei kann es auch zu einer erhöhten Körpertemperatur beziehungsweise Fieber kommen. Bei einigen Patienten werden starke Müdigkeits- oder Erschöpfungszustände sowie periodisch auftretende Gelenkschmerzen beobachtet. Da bei manchen Betroffenen auch Darmbeschwerden auftreten, wird bei Ihnen nicht selten fälscherweise eine Sommergrippe diagnostiziert.

 

Der Borreliose-Erreger breitet sich im Körper aus

In den folgenden Monaten nach der Infektion breitet sich der Borreliose-Erreger im ganzen Körper des Wirts aus. Betroffene leiden wiederholt an Fieber mit grippeähnlichen Symptomen. Diese werden oft von Schweißausbrüchen begleitet. Da sich der Erreger im ganzen Organismus ausbreitet, besteht auch das Risiko, dass Gelenke, die Muskulatur sowie die Organe befallen werden. Einige Patienten leiden auch unter Sehstörungen einem eingeschränkten Tastsinn sowie unter Bluthochdruck oder einem erhöhten Puls.

 

Spätstadium der Lyme-Borreliose

Wird die Lyme-Borreliose nicht in den ersten Monaten nach der Infektion diagnostiziert und behandelt, können schwere chronische Symptome auftreten. Diese sind unterschiedlich, je nachdem, welche Körperregionen durch den Erreger Schaden nehmen. Kommt es beispielsweise zu einer chronischen Erkrankung der Gelenke, spricht man von einer Lyme-Arthritis. Andere Patienten erkranken an Arthrose oder Bursitis (eine Entzündung eines Schleimbeutels am Ellenbogen- oder Knie-Gelenk). Erkrankungen an den Sinnenorganen oder des Nervensystems sind ebenfalls möglich. Die Inkubationszeit der Beschwerden im Spätstadium kann mehrere Jahre betragen und von beschwerdefreien Zeiten unterbrochen sein.

 

Wie wird Borreliose behandelt?

Da bei Borreliose-Patienten eine Vielzahl von Symptomen in nahezu allen Körperregionen auftreten, ist eine Behandlung schwierig. Je früher die Infektionskrankheit diagnostiziert wird, desto günstiger ist die Therapie-Prognose. Im Anfangsstadium werden vom Arzt häufig Antibiotika verordnet. Bezüglich späterer Krankheitsstadien ist es bei Forschern umstritten, inwieweit eine Lyme-Borreliose heilbar ist.

Aufgrund des Risikos des vielfachen Befalls von Organen, Sinnesorganen und Körperfunktionen ist die Behandlung der Borreliose und ihrer Symptome eine Herausforderung für Mediziner aus den unterschiedlichsten Disziplinen.

 

Wie kann man einer Borriolose vorbeugen

Die beste Vorbeugung gegen Borreliose ist der Schutz vor Zeckenbissen. Das gilt vor allem für die Landkreise in Deutschland, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete für Zeckenbisse identifiziert hat. Dazu gehören insbesondere Gebiete in Süddeutschland. Gerade dort sollten Wälder mit stillen Gewässern gemieden werden, weil sich die Zecken in diesem Lebensraum wohlfühlen. Wanderungen sollten mit langen Ärmeln und Beinkleidern sowie festem Schuhwerk durchgeführt werden, damit die Zecke keine Möglichkeit hat, die Haut des Wirts zu befallen. Es gibt aber auch Medikamente, die es den Zecken erschweren, einen potenziellen Wirt zu erkennen und so für mehrere Stunden vor Zeckenbissen etwas Schutz bieten. Zu diesen gehört der Wirkstoff Icaridin. Bei einem Zeckenbiss oder dem Verdacht sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine weitere gefährliche ähnliche Erkrankung, die durch Zeckenbisse übertragen wird ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).