Asthma bronchiale

Boy using inhalerAsthma bzw. Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die Überreizung der Atemwege führt zu einer vermehrten Bildung von zähem Schleim in den Bronchien. Die Schleimhaut schwillt an, so dass sich die Atemwege verengen. Außerdem verkrampft sich die Atemmuskulatur und es bilden sich Ödeme (Einlagerungen von Flüssigkeit) in der Bronchialschleimhaut. Bei Asthmatikern kommt es in Folge dessen zu einer anfallsartigen Luftnot. Gerade das Ausatmen fällt schwer und wird häufig durch pfeifende Atemgeräusche begleitet. Aber auch Husten bzw. Hustenanfälle sind Begleiterscheinungen von Asthma. Das erschwerte Atmen und die Luftnot, die vor allem am Morgen und in der Nacht auftreten, können zu Unruhe, Angst, Sprechschwierigkeiten und Übelkeit führen.

 

Ursachen von Asthma

Asthma bronchiale hat verschiedene Ursachen. Häufig wird es durch eine allergische Reaktion auf eigentlich harmlose Stoffe ausgelöst, wie z.B. Pollen, Kot von Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilzsporen, Vogelfedern, Mehlstaub, aber auch Parfüme, chemische Lösungsmittel und Nahrungsmittel. Diese Form von Asthma tritt meist schon im Kindesalter auf. Oft wird allergisches Asthma bronchiale vererbt. Häufig kommt es neben Asthma zu weiteren atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Neurodermitis. Die Beschwerden treten beim allergischen Asthma normalerweise direkt nach dem Kontakt mit dem auslösenden Allergen auf (Soforttyp-Reaktion). Mitunter tritt das Asthma aber auch erst nach etwa 6 bis 12 Stunden später auf. In diesen Fällen spricht man von einer Spätreaktion. Bei manchen Asthmatikern kommt es sowohl zur Sofort- als auch zur Spätreaktion.

Nicht-allergische Auslöser von Asthma sind u.a. Atemwegsinfektionen und bestimmte Medikamente wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Luftschadstoffe wie Abgase und Tabakrauch ebenso wie körperliche Anstrengung und Kaltluft. Dem Infektasthma liegt eine Virusinfektion der Atemwege zugrunde. Bei jüngeren Kindern handelt es sich dabei oft um RS-Viren, die Bronchitis auslösen. Ältere Kindern und Erwachsene können nach einer Infektion mit Rhinoviren, die ursächlich für eine normale Erkältung sind, an Asthma erkranken. Andere Auslöser für die Atemwegserkrankung sind Parainfluenza-Viren oder Influenza-Viren (Grippe). Ein Arzneimittelasthma entsteht durch eine pseudoallergische Reaktion und tritt meist in Kombination mit anderen Asthma-Formen auf. Neben Aspirin können auch Betablocker bei den betroffenen Personen einen Asthma-Anfall auslösen. Das Belastungsasthma bzw. Anstrengungsasthma wird durch hohe körperliche Aktivität ausgelöst und durch kalte oder trockene Luft begünstigt. Vor allem Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Auch Mischformen aus allergischem und nicht-allergischem Asthma treten häufig auf.

Das berufsbedingte Asthma wird oft aufgrund von Allergien ausgelöst. So sind die Mehlstauballergie bei Bäckern, die Nickel- oder Pflegemittelallergie des Friseurs, die Holzstauballergie des Schreiners oder Allergien gegen Farb- und Lösungsmittel bei Druckerei-Arbeitern bekannt. Aber auch chemische Stoffe können die Atemwege reizen und so zu einem nicht-allergischen berufsbedingten Asthma führen.

 

Behandlung von Asthma bronchiale

Wenn der Auslöser für das Asthma bekannt ist, dann sollte dieser Stoff möglichst gemieden werden. Medikamentös wird Asthma bronchiale zum einen mit entzündungshemmenden und zum anderen mit bronchienerweiternden Präparaten behandelt. Entzündungshemmer sind Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikosteroide wie Budesonid, Fluticason, Mometason. Bei leichtem Asthma erhalten Asthmatiker die Kortikosteroide zum Inhalieren, bei schwerem Asthma bronchiale dagegen als Tablette zum Einnehmen. Kortikosteroide sind auf Rezept auch bei medikamente-per-klick erhältlich.

Bronchodilatatoren wie die Beta-2-Sympathomimetika lockern die verkrampfte Atemmuskulatur und erweitern dadurch die Atemwege. Diese Mittel bekämpfen die Beschwerden von Asthma, jedoch nicht die Ursache. Langwirksame Medikamente dieser Gruppe sind Formoterol und Salmeterol. Sie lindern die Symptome bis zu 12 Stunden lang, wirken allerdings nicht sofort und sind damit nicht bei einem akuten Asthma-Anfall geeignet. Aber sie finden, wie die Kortikosteroide, ihren Einsatz in der Dauertherapie. Beim akuten Asthma-Anfall helfen die kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol und Terbutalin. Ihre Wirkung setzt innerhalb weniger Minuten ein und hält etwa 4 bis 6 Stunden an. Auch sie sind bei uns auf Rezept erhältlich.

Die Therapie von Asthma bronchiale richtet sich nach dem Fünf-Stufen-Plan. Abhängig davon, wie gut das Asthma bereits unter Kontrolle ist, passt der Arzt die Behandlung entsprechend an.

 

Stufe

Symptomatik

Therapie

1

gelegentlich auftretendes Asthma: ungefähr einmal in der Woche kommt es zu Atemnot, sonst fühlt sich der Asthmatiker beschwerdefrei

bei Bedarf wird ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum zur Inhalation eingesetzt

2

leichtes Asthma: mehr als einmal in der Woche kommt es zu leichten Beschwerden

niedrig dosiertes Kortikosteroid zur regelmäßigen Inhalation oder Antileukotriene

3

mittelschweres anhaltendes Asthma: tägliche Beschwerden, trotz Medikation oder mehr als einmal pro Woche Beschwerden in der Nacht

niedrig bis mittelstark dosiertes, inhalatives Kortikosteroid und zusätzliche Einnahme von langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika, evtl. auch Medikation mit Theophyllin oder AntileukotrieneBei starkem Asthma-Anfall Behandlung mit schnellwirksamem Bronchodilatator

4

schweres anhaltendes Asthma: trotz Medikation dauerhafte Beschwerden, auch in der Nacht, die Leistungsfähigkeit ist deutlich eingeschränkt

regelmäßige Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments in hoher Dosis, z.B. Kortikosteroid sowie eines langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums, evtl. zusätzl. Präparate wie Theophyllin oder Montelukast, bei Bedarf kurzwirksames Mittel

5

schweres anhaltendes Asthma, trotz Medikation der Stufe 4

Einnahme eines Kortikosteroids in Tablettenform sowie regelmäßige Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments in hoher Dosierung und eines langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums, bei Bedarf Inhalation eines kurzwirksamen bronchienerweiternden Medikaments

 

 

Beim leichten bis mittelschweren allergischen Asthma bronchiale hilft in manchen Fällen eine Hyposensibilisierung. Der Körper gewöhnt sich dabei durch regelmäßige Gaben von Allergenen an die asthmaauslösenden Stoffe. Bei schwerem allergischem Asthma kann eine Zusatztherapie mit einem Antikörper gegen das vom Immunsystem ausgeschüttete Immunglobulin E (IgE), welcher gespritzt wird, zur Anwendung kommen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren ist diese Asthma-Therapie jedoch nicht zugelassen.

Asthmatiker müssen den praktischen Umgang in Asthma-Schulungen erlernen. Wichtig sind auch zusätzliche Maßnahmen wie Verzicht aufs Rauchen, regelmäßiger Sport, Normalisierung des Körpergewichts oder die Teilnahme an einer Atem- und Physiotherapie.

Mitunter ist bei Asthma bronchiale eine Kur in einer Rehabilitationseinrichtung sinnvoll. Während einer Kur lernen Asthmatiker, mit ihrem Asthma umzugehen. Eine gezielte Therapie in dieser Zeit hilft, das Asthma besser zu kontrollieren, sodass Betroffene eine höhere Lebensqualität haben und wieder mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

 

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