Dinkel

Eigenschaften und Zusammensetzung von Dinkel

Der Dinkel ist eine alte Getreideart, die bereits seit der Jungsteinzeit angebaut wird und der Gattung Weizen zugeordnet werden kann. Dinkel ist dem Weichweizen sehr ähnlich; die lockere, schmale Ähre des Dinkels besitzt aber zusätzlich Spelzen, die das Korn vollständig schützend umgeben. Daher wird der Dinkel auch als Spelz oder Spelt bezeichnet. Der hochwüchsige Dinkel hat eine eher rötliche Farbe und ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. So ist im Dinkel im Vergleich zu anderen Getreidesorten viel Vitamin A und B, aber auch Vitamin E enthalten, was eine antioxidative Wirkung hat und somit vor frühzeitiger Alterung bewahrt. Auch der im Dinkel enthaltene Phosphor ist für den menschlichen Organismus essentiell, da er Bestandteil der DNA- und RNA-Moleküle – sowie entscheidend für den Energiestoffwechsel – ist. Der Tagesbedarf eines Menschen beträgt 0,75 Gramm Phosphor. Mit 100 Gramm Dinkel nimmt man bereits die Hälfte der Tagesdosis an Phosphor ein. Kalium und Eisen kommen ebenfalls in erhöhtem Maße vor:

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Bestandteile Mineralstoffe Vitamine
Kohlenhydrate 62,4g Calcium 22 mg B1 0,30 mg
Proteine 11,6 g Eisen 4,2 mg B2 0,10 mg
Fett 2,7 g Kalium 447mg B3 1,50 mg
Wasser 12,5 g Magnesium 130 mg B6 0,30 mg
Ballaststoffe 8,8 g Phosphor 411 mg E 0,30 mg

Brennwert: 1340 kJ/320 kcal pro 100 g verzehrbarem Anteil

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Positiv auf Denkvermögen und Konzentration sowie Haut- und Haargesundheit wirkt sich der hohe Gehalt an Kieselsäure im Dinkel aus. Zudem ist Dinkel reich an Aminosäuren, die sich in ihrer Zusammensetzung deutlich von den Aminosäuren im heutigen Weizen unterscheiden. Daher können Personen, die eine Unverträglichkeit gegen Weizen aufweisen, auf Dinkel zurückgreifen. Dabei sollten reine Dinkelsorten wie Oberkulmer Rotkorn, Bauländer Spelz, Schwabenkorn und Franckenkorn verwendet werden, da bei neueren Dinkelsorten meist der Dinkel mit dem heutigen Weizen gekreuzt wurde, wodurch das Resultat für Weizenallergiker nicht geeignet ist.  Wer allerdings gegen Gluten eine Unverträglichkeit (Zöliakie) aufweist, sollte keine Produkte mit Dinkelmehl essen, da Dinkel nicht glutenfrei ist.

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Verwendung von Dinkel

Dinkel wird in heutiger Zeit wieder vermehrt angebaut. Zwar ist er nicht so ertragsreich wie heute verwendeter Weich- oder Hartweizen, er verträgt aber ein raueres Klima und ist gegen Krankheiten resistenter. Nach der Ernte werden die Spelzen durch Gerben entfernt. Das reine Dinkelkorn kann dann zu Mehl oder Dinkelflocken weiter verarbeitet werden. Die Spelzen wiederum finden häufig Verwendung in Dinkelspelzkissen wie dem Dinkelspelz Kissen 40x60cm des Naturproduktehauses der Familie Feige aus dem Sortiment unserer Versandapotheke, die Nacken und Schultern im Schlaf massieren.

Aus Dinkelmehl wird flaumiges Gebäck, Kuchen und Nudeln hergestellt, welche einen besonders würzigen, leicht nussigen Geschmack haben. Allerdings halten Backwaren aus Dinkel nicht so lange frisch und trocknen mit der Zeit aus. Daher wird ihnen häufig Sauerteig beigemischt. Durch die außergewöhnlich gute Verträglichkeit erlebt der Dinkel besonders auch in der Kinder- und Babynahrung seine Renaissance. Holle Baby Food bietet zum Beispiel den Holle Bio Baby Dinkel Keks oder den Holle Bio Baby Dinkel Zwieback an und von Milupa gibt es den Bio Getreidebrei Dinkelflocken für den 4. Monat.

Demeter bietet Dinkelflocken auch für Erwachsene an. Des Weiteren kommt Dinkel in vielen Müslimischungen wie im Sojall Bio Müsli vor. Darüber hinaus ist Dinkelmehl mittlerweile im Sortiment vieler Nahrungsmittelhersteller erhältlich, wie zum Beispiel bei Leichter Leben. Vereinzelt wird Dinkel auch zur Herstellung von Dinkelbier verwendet. Den entspelzten und geschliffenen Dinkel kann man wie Reis kochen.

Dinkel ist außerdem fester Bestandteil der Hildegard von Bingen-Medizin.

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Grünkern

Wenn Dinkel vor der eigentlichen Reife geerntet wird, spricht man von Grünkern. Da dieses in der Milchreife geerntete Korn nicht lagerungsfähig ist, wird es gedarrt. Dieses Verfahren trocknet das Korn. Backfähig ist Grünkern aber nicht. Er wird für Suppen, Aufläufe und Aufstriche verwendet. Ein bekanntes Rezept ist das Grünkernküchle – eine Art Gemüse-Getreide-Fladen. Grünkern enthält viel Kalium, Magnesium, Phosphor und Eisen.

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