Tee

Tee ist ein heißes Aufgussgetränk, welches aus unterschiedlichen Pflanzenteilen wie Blättern, Blüten, Knospen und Stängel der Teepflanze zubereitet wird.

Man unterscheidet nach Art und Weise der Oxidation in grünen, weißen oder schwarzen Tee sowie Oolong. Beim schwarzen Tee werden die getrockneten, vollfermentierten jungen Blätter und Blattknospen verwendet. Beim grünen Tee sind diese nicht fermentiert. Beim sogenannten weißen Tee werden die jungen Triebe des Tees geerntet und getrocknet. Die Härchen der getrockneten Teeblätter sehen weiß-silbern aus und geben diesem Tee den Namen. Beim Oolong wird der geerntete Tee in Weidenkörben geschüttelt. Der dadurch austretende Saft reagiert mit dem Sauerstoff der Luft. Durch Erhitzen in der Eisenpfanne wird dieser Prozess aufgehalten.

Neben den vier klassischen Herstellungsmethoden gibt es noch wenig verbreitete Spezialverfahren. Der nachvergorene, kaffeefarbene Tee, der sogenannte Pu-erh-cha, etwa ist eine Teemischung aus grünem Tee und Oolong, der über mehrere Monate bis Jahre reift. Gelber Tee hingegen wird nur in China hergestellt. Er wird wie weißer Tee geerntet, aber danach nicht gleich weiterverarbeitet. Dadurch kommt es zu einer minimalen Oxidation.

Den unterschiedlichen Teearten werden zahlreiche Teesorten entsprechend ihres Anbaugebietes zugeordnet. Darjeeling, Assam, Ceylon etwa sind die bekanntesten Schwarzteesorten, Sen Cha gehört zu den Grüntees und Jasmin Silber Nadel ist ein weißer Tee.

Bei der Aufbereitungsart der Blätter kann man unterschiedlich vorgehen. Frische oder feingefrostete Teeblätter sorgen für eine Grünfärbung des Tees und schmecken anders als die getrockneten Varianten, die entweder als ganze gerollte Blätter oder grob gebrochene Blätter ohne Blattrippen und Stängel (Broken) bzw. fein zerbrochen (Teebruch oder Faninngs) sowie als allerfeinste Blattteilchen (Staub oder Dust) verwendet werden.

Viele der angebotenen chinesischen Tees werden durch das Beifügen von frischen Blüten aromatisiert. Die Blüten werden des Öfteren abgesiebt und wiederum durch frische Blüten ersetzt, bis das gewünschte Aroma erreicht ist. Die geläufigsten Versionen sind Rosentee sowie Jasmintee, in denen häufig noch kleine Blütenreste enthalten sind. Weitere Aromen werden durch die Zugabe von getrockneten Fruchtstückchen wie Kirche, Maracuja, Orange, Zitrone aber auch durch Gewürze wie Vanille, Zimt und Anis erreicht. Zudem kann man Tees mit industriell hergestellten naturidentischen Aromen wie Bratapfel, Erdbeere oder Schokolade erwerben.

Tee kann bis zu 4,5 Prozent Koffein enthalten, welches an Gerbsäure gebunden vorliegt. Dadurch wird die Wirkung des Koffeins verzögert, ist langanhaltender und der Magen sowie Darm wird beruhigt. Zudem verringert das im Tee enthaltene Kalium und Fluorid das Auftreten von Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Krebs. Aber auch die sekundären Pflanzenstoffe wie Catechine und Phenole unterstützen diese positive Wirkung. Catechine ist im Grüntee in einem bedeutend höheren Anteil als im Schwarztee vorhanden.

Teearten

Teesorten

Grüner Tee

Gunpowder, Sen Cha, Li Zi Xiang, Yunnan Yun Yin – Rolling Clouds – Special

Weißer Tee

Pai Mu Dan – Mee Sum, Mo Li Yin Zhen „Jasmin Silber Nadel“

Oolong

Dong Ding Oolong Cha, Ti Kuan Yin Cha

Schwarzer Tee

Darjeeling, Dian Hong Cha, Ceylon, Assam

Pu-erh-cha

Pu Erh Tuo Cha, Palace of Pu Erh

Gelber Tee

Jun Shan Yin Zhen

 

In unseren Breiten wird der Begriff Tee aber auch für Aufgüsse mit anderen Pflanzen verwendet. Man unterscheidet hierbei in Kräutertees wie Kamille, Fenchel, Pfefferminze und Früchtetees wie Hagebutte.

 

Kräutertee

Kräutertees sind aromatische Aufgussgetränke, bei denen frische oder getrocknete Pflanzenteile wie Blätter, Fruchtstückchen, Wurzel, Samen oder Blüten mit frisch gekochtem Wasser übergossen werden. Da man bei Kräutertees nicht die Bestandteile der Teepflanze verwendet, sondern auf andere botanische Gewächse zurückgreift, spricht man sachlich korrekt von teeähnlichen Erzeugnissen. Kräutertees enthalten kein Koffein mit Ausnahme von mate- oder guaranahaltigen Mischungen und können daher auch von Kindern getrunken werden.

Im Handel erhält man Kräutertees in getrockneter Form als lose Ware, meist grob geschnitten; als Aufgussbeutel, in feinerem Schnitt oder als Instantprodukt, welches sofort löslich ist. Der Grobschnitt wird auch als Conics bezeichnet und variiert zwischen 4 bis 15 Millimeter. Die Korngröße des Feinschnitts zählt ungefähr ein Zehntel davon. Im eigenen Garten oder auf dem Balkon kann man auch in unseren Breiten einige Kräuter anbauen. Hierzu eignen sich beispielsweise Pfefferminze, Melisse und Brennnessel. Verwendet man die frischen Blätter für einen Aufguss, wirkt der Tee grüner und geschmacklich intensiver.

Zu den verschiedenen Inhaltsstoffen von Kräutertees gehören Vitamine, Mineralien, Polyphenole und ätherische Öle, die den Geruch und den Geschmack der jeweiligen Pflanze ausmachen. Viele Kräutertees werden sowohl als genussbehaftetes Getränk als auch als Arzneimittel im Sinne von Heilkräutertees mit positiver gesundheitlicher Wirkung verwendet. Die meisten Tees sind frei verkäuflich, einige sind apothekenpflichtig.

Zu den Kräutertees werden mitunter noch verschiedene Gewürze oder Aromen hinzugefügt, um diese im Geschmack zu verfeinern oder zu verändern. Man spricht in diesen Fällen von Aromatisierten Kräutertees. Eine gängige Praxis ist auch das Kombinieren verschiedener Kräuter um die gesundheitliche Wirkung zu vergrößern oder auch nur um den Geschmack zu verbessern. Beliebte Mischungen, um Wirkungen zu verstärken sind beispielsweise Fenchel, Anis und Kümmel bei Verdauungsproblemen oder Holunderblüten, Lindenblüten und Salbei bei Erkältungen.

Im Folgenden wird eine kleine Auswahl an verschiedenen Kräutertees mit ihren spezifischen Wirkungen aufgezählt:

Kräutertee Anwendungsgebiete Wirkung
Fencheltee bei Verdauungsproblemen, Bauchschmerzen, Blähungen, auch bei Kleinkindern, bei Husten und Erkältungskrankheiten, Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden , äußerlich bei Kopfschmerzen oder Migräne (ein Umschlag mit Fencheltee getränkt als Stirnauflage) und bei Bindehautentzündung oder Augenmüdigkeit
(Teebeutel auf geschlossenem Auge)
verdauungsfördernd, blähungslindernd, schleimlösend, auswurffördernd, appetitanregend, krampflindernd, entzündungshemmend, antiseptisch
Kamillentee bei Beschwerden im Magen – Darm – Bereich wie Bauchschmerzen, Blähungen, Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Verstopfung, Blasenproblemen, Nierenschwäche, Rheuma, Gicht, nervöse Zustände, Schlafschwierigkeiten, Ischiasschmerzen, Hexenschuss, Atemwegserkrankungen mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, Nebenhöhlenentzündung, Angina, Menstruationskrämpfen beruhigend, krampfstillend, entzündungshemmend, austrocknend, blähungswidrig, harntreibend, blutreinigend, wundheilend, antibakteriell, fördert Milchproduktion bei Schwangeren
Pfefferminztee bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Bauchschmerzen, Brechreiz, Übelkeit, Entzündungen
der Magenschleimhaut, Darmkoliken, Blähungen, Durchfall, bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden sowie Blähungen, Gallensteinen, Grippe, Schnupfen und Erkältung, Halsschmerzen, Husten, Spannungskopfschmerzen, Migräne, Konzentrationsbeschwerden, Schlafstörungen
beruhigend, krampflösend und schmerzstillend, fördert die Produktion des Gallensaftes, entzündungshemmend, keimtötend im Mund- und Rachenraum, befreit Atemwege, da schleimlösende Wirkung, beruhigt
Salbeitee bei Hals-, Magen- und Darmschmerzen, die durch Entzündungen hervorgerufen werden, bei schweren Speisen Herzmuskel, Osteoporose, zur äußerlichen Anwendung bei Schweißgeruch antiseptisch, desinfizierend, keim- und bakterientötend, verdauungsunterstützend, stärkend, schmerzlindernd
Thymiantee bei Verdauungsproblemen, Blähungen, Rheuma, Erkältungen, auch als Inhalat verdauungsfördernd bei fettigen Speisen, krampflösend, antibakteriell, desinfizierend Krankheitskeime im Inneren abtötend, lindert Beschwerden, entzündungshemmend

 

Um Geschmack und Wirkung der Kräutertees zu bewahren, sollten diese kühl, dunkel, luftdicht und trocken gelagert und bei geöffneten Zustand zügig aufgeraucht werden. Bei losen Mischungen reicht ein gehäufter Teelöffel pro Tasse. Dies entspricht auch in etwa einem Teebeutel. In der Regel sollte man den losen Tee 8 bis 10 Minuten ziehen lassen, Teebeutel benötigen meist nur wenige Minuten.

 

Früchtetee

Früchtetees sind aromatische Aufgussgetränke, bei denen vorwiegend getrocknete Früchte oder Fruchtteile mit frisch gekochtem Wasser übergossen werden. Da man bei Früchtetees nicht die Bestandteile der Teepflanze verwendet, sondern auf andere botanische Gewächse zurückgreift, spricht man von teeähnlichen Erzeugnissen. Früchtetees enthalten meist kein Koffein und können daher auch von Kindern getrunken werden.

Klassische Früchtetees bestehen aus einer einzigen Pflanzenart wie der bekannte Hagebuttentee. Teemischungen werden heutzutage immer beliebter. Häufig dienen dabei Hagebutte, Hibiskus, Apfel und Orangenschalen als Basis, Holunderbeeren, Brombeerblätter oder auch diverse Aromen wie Vanille-, Kirsch- und Erdbeeraroma werden beigemengt. Auch das Zufügen von Vitaminen ist gängige Praxis. Wie auch bei den Kräutertees kann man Früchtetee als Feinschnitt im Teebeutel und als Grobschnitt lose erwerben.

Ungesüßt enthalten Früchtetees wenig Kalorien, wohl aber ätherische Öle, die für den Geschmack und den Geruch verantwortlich sind, Vitamine, Minerale und Polyphenole. Sie sind ein geeignetes Getränk innerhalb einer bewussten Ernährung.

Dunkel, luftdicht, kühl und trocken sollten Früchtetees gelagert und nach der Öffnung der Verpackung schnell verbraucht werden. Bei losen Mischungen reicht ein gehäufter Teelöffel pro Tasse. Dies entspricht auch in etwa einem Teebeutel. In der Regel sollte man den losen Tee 8 bis 10 Minuten ziehen lassen, Teebeutel benötigen meist nur wenige Minuten.

Hagebuttentee hat einen hohen Gehalt an Vitamin C. Ein regelmäßiger Verzehr, gerade in der kälteren Jahreszeit, unterstützt die Abwehrkräfte. Zudem sind im Hagebuttentee auch Vitamin A, B1, B2, K und P enthalten.