Niacin

Niacin, auch Nicotinsäure genannt, ist eine organische Verbindung, die zu der Gruppe der B-Vitamine gehört. Niacin taucht manchmal auch unter der Bezeichnung Vitamin B3 auf.

Niacin kann vom Körper selbst synthetisiert werden und wird auch durch Nahrung aufgenommen. Fleisch wie Geflügel, Fisch und Wild, aber auch Pilze, Milch und Milchprodukte, Kaffee und Vollkornprodukte sowie Eier enthalten viel Niacin. Da die Nicotinsäure aus pflanzlichen Produkten nicht so gut aufgenommen wird wie aus tierischen Lebensmitteln, sollten sich Veganer mit Aprikosen, Bierhefe, Champignons, Datteln, Erdnüssen, Hülsenfrüchten und Weizenkleie gut aushelfen.

Der tägliche Niacin-Bedarf des menschlichen Organismus hängt von seinem Energieverbrauch ab. Um eine Energiemenge von 1000 Kilokalorien zu erzeugen, benötigt der erwachsene Körper eines Menschen um die 6,6 Milligramm Nicotinsäure. Für Frauen bedeutet dies einen täglichen Bedarf von 13 bis 15 Milligramm und für Männer von 15 bis 20 Milligramm. Leistungssportler benötigen mehr.

Nicotinsäure hebt HDL an und senkt LDL sowie Triglyzeride.

Niacin-Mangel, die sogenannte Hypovitaminose, kann bei Absorptionsstörungen oder eiweißarmer Ernährung auftreten und äußert sich durch Symptome wie Appetitlosigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression, Rötungen der Haut, Juckreiz, Dermatitis, schmerzhafte Verdickung der Haut, Durchfall, Entzündungen der Mund-, Magen- und Darmschleimhäute sowie Schäden im zentralen Nervensystem und Demenz.

Zu einer Überdosierung von Niacin, d.h. zu einer Hypervitaminose kommt es bei einer Dosierung ab 1,5 Gramm pro Tag. Ab circa 500 Milligramm erweitern sich die Hautgefäße, ab 2500 Milligramm kommt es zu Blutdruckabfall, Schwindelgefühle und zu einem erhöhten Harnsäuregehalt im Blut.

Nicotinsäure ist als Medikament erhältlich und ist häufig in Multivitaminpräparaten enthalten. Es wird zur Senkung der Blutfettwerte eingesetzt.