Krampfadern

Ursachen und Symptome von Krampfadern

Krampfadern bzw. Varizen sind dauerhaft knotig – erweiterte, unregelmäßig geschlängelte oberflächige Venen. Liegen Krampfadern vor, spricht man von einer Varikose oder von einer Varikosis. Eine primäre idiopathische Varikosis liegt bei einer angeborenen Schwäche der Venenwände vor. Das Blut wird im Normalfall durch das Pumpen der Muskeln gegen die Erdanziehungskraft zum Herzen transportiert. Venenklappen verhindern einen Rückfluss. Wenn das umliegende Gewebe wenig Druck aufbaut, kann es bei Personen mit schwachen Venenwänden, die viel stehen oder sitzen zum Ausdehnen der Venen kommen und das Blut verbleibt in den Beinen, statt zum Herzen zurück gepumpt zu werden. Bewegungsmangel, Übergewicht und Schwangerschaft begünstigen das Entstehen von Krampfadern. Unter dem hormonellen Einfluss in der Schwangerschaft lockert sich das Muskel- und Bindegewebe. Je mehr Schwangerschaften, umso bezeichnender ist die Tendenz, dass die Venenwandstärke nachlässt. Außerdem erschwert in der Schwangerschaft die sich vergrößernde Gebärmutter den Blutabfluss aus den Beinen.

Bei einer sekundären Varikosis entstehen Krampfadern auf der Basis anderer Venenerkrankungen wie eine tiefe Beinvenenthrombose oder einen raumfordernden Tumor im Ausstrombereich einer tiefen Leitvene mit der Bildung eines Umgehungskreislaufs über das oberflächliche Venensystem, was zu einer Erweiterung der betroffenen Venen führt. Diese Form der Varikose tritt allerdings bedeutend weniger auf. Das Übereinanderschlagen der Beine wird fälschlicherweise häufig als ursächlich für Krampfadern angesehen, spielt aber bei der Erzeugung einer Varikose keine Rolle.

Frauen sind drei Mal häufiger betroffen als Männer. Die ersten Schäden können sich mit 30 Jahren einstellen.

Krampfadern deuten sich anfangs häufig nur mit einem Spannungs- oder Schweregefühl in den Beinen an. Indem man die Beine flach lagert, kann man gleich Abhilfe schaffen. Desweiteren machen sich Krampfadern durch Juckreiz der Haut über einer größeren Krampfader und nächtliche Wadenkrämpfe bemerkbar. In fortgeschrittenem Stadium zeichnen sich die verdickten Venen in ihrer typischen geschlängelten und verästelten Form durch die Haut hindurch ab. Wasser wird im Gewebe eingelagert und das Gewebe schwillt an, so dass Ödeme entstehen. Die Haut kann sich bräunlich verfärben und pergamentartig verhärten, gelegentlich kommt es zu Fußpilz.

Je nachdem, welche Venen in den Beinen betroffen sind, unterscheidet man unterschiedliche Formen:

  • Besenreiser-Varikose: betrifft kleinste Venen in der Haut
  • Perforansvarikose: betrifft Verbindungsvenen zwischen dem oberflächlichen und tiefen Venensystem
  • Stammvarikose: betrifft die großen und die kleinen oberflächlichen Stammvene
  • Seitenastvarikose: betrifft Seitenäste der großen Stammvenen
  • retikuläre Varikose: betrifft kleine Venen unmittelbar unter der Haut mit einem Durchmesser von ein bis drei Millimetern

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Krampfadern sind leider mehr als nur ein „Schönheitsfehler“. Mit fortschreitender Erkrankung kommt es durch die Abflussstörung des Blutes und dem somit erhöhten peripher-venösen Druck zu schweren Schäden im Bein, speziell im Bereich des distalen Unterschenkels. Krampfadern äußern sich zunächst durch einseitige Beinschwellung, Juckreiz, Schweregefühl oder nächtliche Wadenkrämpfe. Zudem ist eine vermehrte Ablagerung von Hämosiderin, einem wasserunlöslichen Komplex aus Eisen und verschiedenen Eiweißen, welches vor allem in Gebieten großer Blutungen entsteht, möglich. In diesem Fall wird Hämosiderin im Rahmen eines Stauungsekzems (Stauungsdermatitis) produziert. Die erweiterte Hautvene kann sich entzünden, Blutgerinnsel können sich bilden, die die Gefäße verschließen (Varikophlebitis). Das ist mit starken Schmerzen verbunden, der entzündete Bereich schwillt an und rötet sich. Zudem kann sich die Thrombose bis in die tiefe Venenstrombahn hinein fortsetzen. Dann ist das Risiko an einer Lungenembolie zu erkranken erhöht. Außerdem kann es neben der Entzündung der oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis) bis hin zum „offenen Bein“ (Ulcus cruris varicosum) zu einer Vernarbung von Haut und Bindegewebe (Dermato-Lipo-Fascio-Sklerose) kommen. Im vorangeschrittenen Alter führt die Schädigung der Haut nicht selten zur lebensbedrohlichen Varizenblutung nach Bagatellverletzung. Bei plötzlicher Atemnot und Brustschmerzen müssen Sie umgehend den Notarzt rufen.

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Gängige Medikation gegen Krampfadern

Krampfadern werden meist durch minimal-invasive operative Verfahren behandelt, wobei zwischen Methoden der Unterbindung, der Entfernung und der Verklebung (Sklerosierung) von Venen unterschieden wird:

  • Stripping: Es wird eine flexible Spezialsonde in die Krampfader eingeführt, bis zu deren Ende vorgeschoben und von da wieder ausgeleitet. Die krankhaft veränderte Vene wird dann oben und unten durchtrennt und auf der Sonde befestigt, die dann beim Stripping, dem Herausziehen die Krampfader unter der Haut mitnimmt. Das Stripping ist in Vollnarkose, Teilnarkose oder in Lokalanästhesie sowie ambulant oder stationär je nach Schwere des Befundes und psychische Gemütslage des Patienten durchführbar. Nach dem Eingriff ist für drei bis sechs Wochen eine Kompression mit elastischen Binden oder ein Kompressionsstrumpf zu tragen. Zur Vermeidung von Thrombosen und Embolien sollte eine mehrtägige Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Heparin erfolgen.
  • stadiengerechte Operation nach Hach (Teilstripping): Nur die erkrankten Venenabschnitte werden entfernt, die gesunden bleiben erhalten und stehen gegebenenfalls für eine spätere Umgehungsoperation (Bypass) an arteriellen Gefäßen, zum Beispiel den Herzkranzgefäßen, zur Verfügung.
  • Kryostripping: Die Entfernung der Krampfader erfolgt mit Hilfe einer Kältesonde, an der die Krampfader anfriert und sich dann leicht entfernen lässt. Dieses Verfahren ist allerdings sehr wenig verbreitet.
  • Crossektomie: Die sogenannte Crosse, d.h. das Einmündungsstück der größten oberflächigen Vene des Beines wird herausgeschnitten, danach erfolgt die Unterbindung aller von diesem Teilstück abgehenden Venen. Oft schließt sich daran ein Stripping an, bei dem die Vena saphena magna ausnahmslos und alle ihre Äste entfernt werden.
  • Miniphlebektomie: Hierbei handelt es sich um die Entfernung von erweiterten Seitenästen, die über kleine Schnitte, wie mit einer Häkelnadel, herausgezogen werden.
  • CHIVA-Methode: Mittels Ultraschall wird die Krampfader ambulant lokalisiert und anschließend abgebunden. Nach einiger Zeit bilden die sich so behandelten Venen zurück und veröden. Diese den Blutfluss korrigierende Behandlung der Krampfadern kann allerdings nicht bei stark veränderten Venen ausgeführt werden.
  • Externe Valvuloplastie (EVP): Unter örtlicher Betäubung näht der Mediziner eine kleine Manschette aus Polyester in der Leiste von außen ein und verengt dabei den Mündungsbereich der großen Rosenvene (Vena saphena magna). Der verkleinerte Venenumfang sorgt für eine neue Funktionstüchtigkeit der Venenklappen. Die gesamte Vene bleibt so erhalten und kann für eine möglicherweise später nötige Operation am Herzen für einen Bypass verwendet werden. Das Verfahren eignet sich aber nur für sehr leichte Fälle einer Stammvarikose.
  • endovenösen Lasertherapie/ endovenösen Radiofrequenztherapie/ Sklerotherapie: Bei diesen Verfahren werden die Venen nicht entfernt, sondern die Innenauskleidung der betroffenen Venen, das sogenannte Endothel, wird thermisch oder chemisch zerstört, so dass der Blutstrom unterbunden ist. Dabei gibt es drei grundlegende Verfahren. Das endoluminale Verfahren mit Laser, das sogenannte VNUS-Closure-Fast-Verfahren, bei dem ein schlauchartiger Heizdraht in der Vene mit Strom erhitzt wird und so im direkten Kontakt die Venenwände thermisch schädigt und die Celon – FITT – Radiofrequenzmethode (RFITT = Radiofrequenz-induzierte Thermo-Therapie), bei der Radiofrequenz-Energie in die Venenwände eingekoppelt wird, was direkt dort zur Verödung, dem Verschweißen und dem dauerhaften Verschluss der Krampfader führt.

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Die Risiken von Nachblutungen, das Entstehen von Blutgerinnseln und die Ansammlungen von Lymphflüssigkeit nach einer Operation sind vorhanden, lassen sich aber minimieren, indem die Beine bis zur gänzlichen Abheilung bandagiert werden oder der Patient Kompressionsstrümpfe trägt. Zudem können sich nach erfolgter Operation erneut Krampfadern bilden. Rückfälle entstehen häufig durch nicht vollständig entfernte Stammvenenreste. Vorbeugend ist daher der Einsatz von Kompressions- oder Stützstrümpfen sowie eine gesunde Lebensweise, Gewichtskontrolle, Ausdauersport, Venengymnastik und eine medikamentöse Behandlung zu empfehlen.

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