Hypertriglyzeridämie

Eine Hypertriglyzeridämie ist eine Störung des Fettstoffwechsels. Triglyzeride sind Fette (Lipide). Wenn der Fettspiegel im Blut den Wert von 180 bis 200 mg/dl übersteigt, spricht der Arzt von einer Hypertriglyzeridämie (Hyper = zu viel, Triglyzerid = Fett, ämie = im Blut – also zu viel Fett im Blut). Ähnlich wie erhöhte Cholesterinwerte (insbesondere erhöhtes LDL-Cholesterin – ) müssen erhöhte Triglyzerid-Werte behandelt werden. Die Erkrankung ist extrem häufig und der Triglyzeridspiegel sollte mindestens einmal jährlich beim Arzt bestimmt werden. Im Gegensatz zum Cholesterinspiegel reagiert der Triglyzeridspiegel sehr rasch auf Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten oder Medikamente. Zur Bestimmung des Triglyzeridspiegels ist es wichtig, dass eine ausreichend lange Nüchternphase – mindestens 10 bis 12 Stunden – eingehalten wird.

 

Ursachen einer Hypertriglyzeridämie

Die Erhöhung der Trigylzeridwerte im Blut kann genetisch bedingt sein. Das ist jedoch selten. In der Regel ist eine Hypertriglyzeridämie auf Krankheiten oder äußere Faktoren (insbesondere regelmäßiger Alkoholkonsum oder Alkoholmissbrauch) zurückzuführen. Ein unentdeckter oder schlecht behandelter Diabetes mellitus führt zu einer Erhöhung der Triglyzeridwerte. Übergewichtige sind ebenfalls oftmals davon betroffen. Bestimmte Medikamente wie Cortison, die Antibabypille, Diuretika oder Betablocker können den Triglyzeridspiegel im Blut in die Höhe treiben. Eine fett- und zuckerreiche Ernährungsweise ist ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Hypertriglyzeridämie.

 

Folgen einer Hypertriglyzeridämie

Zu den Folgen einer Hypertriglyzeridämie gehört die Arteriosklerose. Damit ist die Erhöhung des Fettspiegels im Blut auch ein Risikofaktor für die Entstehung eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Extrem erhöhte Triglyzeridwerte (> 500 oder 1000 mg/dl) können zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) führen. Zudem können sich Xanthome (Fettablagerungen in der Haut) bilden.

 

Behandlung der Hypertriglyzeridämie

Grundsätzlich wird bei der Behandlung einer Hypertriglyzeridämie deren Ursache bekämpft. Zur Therapie gehören beispielsweise eine Gewichtsabnahme, die optimale Einstellung des Diabetes mellitus oder eine Anpassung der Medikation. Zudem ist es sinnvoll, Betroffenen Bewegung und Sport sowie Alkoholabstinenz zu empfehlen. Darüber hinaus sollte die Ernährungsweise umgestellt werden. Sie sollte frei oder arm an Zucker Saccharose und Fruchtzucker sein. Süßstoffe können Zucker ersetzen. Zuckeraustauschstoffe sollten ebenfalls gemieden werden, da sie den Triglyzeridspiegel ebenfalls erhöhen können. Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index (beispielsweise Weißbrot, Fruchtsäfte o. ä.) sollten auch gemieden werden. Eine ballaststoffreiche Ernährungsweise mit reichlich Gemüse, ausreichend Frischobst und auch Vollkornprodukten wirkt sich positiv aus und sollte empfohlen werden. Zudem sollten ausreichend ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren über hochwertige Pflanzenöle (Leinöl, Rapsöl und Walnussöl) zugeführt werden. Omega-3-Fettsäuren beispielsweise als Kapseln senken den Triglyzeridspiegel deutlich. Daher sollten Fische wie Lachs, Makrele oder Hering regelmäßig verzehrt werden. Auch Fischöl-Kapseln können eingenommen werden, um die Triglyzeride zu senken. Fibrate und Nicotinsäure gehören zur medikamentösen Therapie der Hypertriglyzeridämie.