Fettstoffwechselstörung

iStock_000015161992Small_MPK Dyslipidämie

© istock / Eduard Harkonen

Von einer Fettstoffwechselstörung (Dyslipidämie) spricht man, wenn der Cholesterin- (Hypercholesterinämie) und/oder Triglycerid-Spiegel (Hypertriglyceridämie) im Blut erhöht ist. Durch dieses Ungleichgewicht der Blutfette kann es zu einer Verengung der Blutgefäße und damit zu einem erhöhten Risiko für die Entstehung einer Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) beziehungsweise eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls kommen. Die Fettstoffwechselstörung ist strenggenommen keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom beziehungsweise Folge verschiedenster Krankheiten wie beispielsweise Diabetes mellitus vom Typ 2, Übergewicht, Alkoholkonsum, Nikotin, Stress, Fehlernährung, Bewegungsmangel oder einer Unterfunktion der Schilddrüse.

 

Warum kommt es zu einer Veränderung der Blutgefäße?

Sowohl die körpereigenen Fette als auch die mit der Nahrung aufgenommenen werden im Blut transportiert. Für den Transport binden sich die nicht wasserlöslichen Fette an Eiweiße, wodurch Lipoproteine entstehen. Diese gut wasserlöslichen Transporter verteilen sich über die gesamte Blutbahn. Gibt es zu viele Lipoproteine, dringen diese in die Wände der Arterien ein. Dort können sie durch eine Reaktion mit Sauerstoff eine Entzündung hervorrufen. Um den Überschuss an Lipoproteinen abzubauen, wandern spezielle Fresszellen (Makrophagen) in die Gefäßwand. Während des Fressvorgangs bildet sich um sie herum eine Zellschicht, die die Makrophagen daran hindern, wieder aus der Gefäßwand auszutreten. Sie bleiben in den Gefäßwänden und verengen die Blutgefäße. Meistens ist die diesem Mechanismus zugrundeliegende Störung angeboren. Jeder zweite Mensch in Deutschland hat einen erhöhten Cholesterinspiegel von mehr als 200 Milligramm pro Deziliter Blut und jeder zehnte davon hat eine angeborene Fettstoffwechselstörung.

 

Welche Formen der Fettstoffwechselstörung werden unterschieden?

Es wird zwischen zwei Formen der Fettstoffwechselstörung unterschieden: Den primären und den sekundären Formen. Die Ursachen für die primären Formen der Fettstoffwechselstörung sind genetisch bedingt. Die sekundären Formen der Fettstoffwechselstörung treten begleitend zu den bereits erwähnten Krankheiten (Übergewicht, Stress, Diabetes mellitus, Unterfunktion der Schilddrüse etc.) auf. Die Folgen beider Formen sind identisch. Neben einer Erhöhung Blutfettbestandteile, kann es in selteneren Fällen auch zu einer Störung der Blutfettverarbeitung kommen. Extrem selten kommt es bei einer Fettstoffwechselstörung zu einer Erniedrigung der Blutfette.

 

Wie kann einer Fettstoffwechselstörung vorgebeugt werden?

Einer Fettstoffwechselstörung kann am besten durch eine gesunde, ausgewogene und fettbewusste Ernährungsweise vorgebeugt werden. Auch eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung kann dabei helfen. Eine Fettstoffwechselstörung an sich macht keine Beschwerden. Deshalb sollten die Blutfettwerte alle zwei Jahre vom Arzt kontrolliert werden. Dies kann im Rahmen des „Check-up 35“ erfolgen, der allen gesetzlich und privat Krankenversicherten alle zwei Jahre zusteht, die das 35. Lebensjahr vollendet haben. Je früher eine Fettstoffwechselstörung erkannt wird, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose und/oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und desto besser sind die Aussichten für eine Therapie.

 

Welche Symptome treten bei einer Fettstoffwechselstörung auf?

Eine Fettstoffwechselstörung macht sich häufig erst durch die Symptome ihrer Folge-Erkrankungen bemerkbar. Es gibt aber auch andere Krankheitszeichen, die auf eine Fettstoffwechselstörung zurückzuführen sein können. Ein Arzt zur Abklärung sollte bei einem oder mehreren der folgenden Symptomen aufgesucht werden: ein Trübungsring um die Hornhaut der, Fettknötchen unter der Haut an den Händen, den Gelenken, dem Gesäß oder den Augenliedern, ein häufig auftretendes Kribbeln und Taubheitsgefühl an den Händen und Füßen sowie Schmerzen in den Beinen beim Gehen.

 

Wie kann eine Fettstoffwechselstörung behandelt werden?

Die Therapie einer Fettstoffwechselstörung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zu diesen gehören neben der individuellen Situation des Patienten sowohl die Indikationen, die der Fettstoffwechselstörung zugrunde liegen als auch deren Folge-Erkrankungen. Jede Therapie der Fettstoffwechselstörung besteht jedoch aus den gleichen drei Grundpfeilern. Als Erstes wird der Arzt den Patienten unterstützen, die Ernährung (Meidung von gesättigten Fettsäuren aus Butter, Sahne und vielen anderen fettreichen tierischen Lebensmitteln, ausreichende Zufuhr ungesättigter Fettsäuren über Diätmargarine und hochwertige Pflanzenöle) sowie den Lebensstil (Gewichtsreduktion, mehr Bewegung, wenig Alkohol, kein Nikotin etc.) zu ändern. Außerdem wird er versuchen, die begleitenden Risikofaktoren zu vermindern, etwa durch eine gute Einstellung des Diabetes mellitus und/oder eine Senkung des Blutdrucks des Patienten. Erst wenn beide Maßnahmen nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen, wird der behandelnde Arzt drittens versuchen, Cholesterin- und/oder Triglycerid-Spiegel mithilfe von Medikamenten zu senken. In den Artikeln Hypertriglyceridämie und Cholesterinspiegel erhöht gibt es Hinweise, was man selbst tun kann, um den Triglycerid- beziehungsweise Cholesterin-Spiegel zu senken beziehungsweise mithilfe welcher Präparate der Arzt Sie dabei unterstützen kann.