Untergewicht

Ein zu niedriges Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße wird als Untergewicht bezeichnet. Es gibt verschiedene Ermittlungsmethoden zur Berechnung eines Unter-, Normal- und Übergewichtes. Die bekannteste und gängigste ist die Ermittlung des Body-Mass-Index. Hierfür wird das Gewicht in Kilogramm durch die Körpergröße ins Quadrat geteilt. Ein berechneter Wert unter 18,5 zeigt ein leichtes Untergewicht an, unter 17 ein mäßiges Untergewicht und unter 16 ein starkes Untergewicht.

Gründe für Untergewicht sind fehlende Nahrungsmittel, aufgrund schlechter finanzieller Situation, aber auch Krankheiten wie entzündliche Darmerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion, Magersucht (Anorexia nervosa), Bulimie (Bulimia nervosa bzw. Ess-Brech-Sucht) oder aber auch Veranlagung.

Die Kennzeichen von Untergewicht sind Schwund des Fett- und Muskelgewebes, Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitamine und Mineralstoffe, verlangsamter Stoffwechsel und die Bildung von Hungerödemen und Osteoporose. Bei Kindern sind Beeinträchtigungen im Wachstum und der geistigen Entwicklung zu erwarten. Bei Frauen kann ein Untergewicht zum Ausbleiben der Menstruationsblutungen und zur Verringerung der Fruchtbarkeit kommen.

In schwerwiegenden Fällen kann die Auszehrung zum Tod führen.

Untergewicht wird in unserer Kultur selten problematisch gesehen, da ein schlanker und jugendlich frischer Körper unserer Vorstellung von Schönheit entspricht. Essstörungen nehmen daher in unseren Breiten zu und es kommt häufiger zu Untergewicht. In Deutschland leiden etwa 100.000 Menschen an Magersucht, einer Essstörung bei der die Nahrungsaufnahme deutlich verringert wird. 90 Prozent davon sind Frauen zwischen 15 und 35 Jahren. An Ess-Brech-Sucht leiden etwa 600.000 Menschen in Deutschland. Bulimie-Betroffene haben Heißhungerattacken. Dem übermäßigen Aufnehmen von Kalorien wird im Anschluss durch Erbrechen, Hungern, exzessiven Sport und/oder Missbrauch von Abführmitteln entgegengewirkt. Bei diesen Krankheiten ist neben einer Ernährungstherapie, die das Untergewicht auf Normalgewicht korrigieren soll, ist vor allem auch eine psychotherapeutische Betreuung wichtig, die die Einstellung der Betroffenen zu ihrem Körper positiv stärkt und das Selbstbewusstsein aufbaut.

Untergewichtige können zudem unter Fettstoffwechselstörungen leiden, bei denen es zu einer speziellen Form der Fettleber kommen kann.