Energiebedarf

Der Energiebedarf eines Menschen zeigt an wie viel Energie der Mensch in Form von Nahrung aufnehmen muss, um ihm alle Lebensvorgänge wie körperliche und geistige Funktionen zu ermöglichen. Darunter zählen die Erhaltung der Körperwärme, der Muskeltätigkeiten, der Verdauung und Atmung, aber auch das Ermöglichen des Denkens, des Wachstums und des Wiederaufbaus verloren gegangener Körperbestandteile wie Haare, Haut, Nägel sowie diverse Stoffwechseltätigkeiten. Der Energiebedarf wird in Kalorien oder Joule angegeben und wie folgend berechnet:

Grundumsatz + Leistungsumsatz + Verdauungsverluste + nahrungsinduzierte Thermogenese = Gesamt-Energiebedarf

Der Grundumsatz entspricht der Energiemenge, die der menschliche Organismus innerhalb von 24 Stunden durchschnittlich benötigt, um die Körpertemperatur und den Grundstoffwechsel im Zustand völliger Ruhe aufrecht zu erhalten. Dabei ist der Grundumsatz von Mensch zu Mensch verschieden und von diversen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körperbau, Körpertemperatur, Hormone und äußeren Umwelteinflüssen wie Stress, Klima oder Medikamenteneinnahme abhängig.

Der durchschnittliche Grundumsatz wird mit einer Kalorie (=4,2 kJ) pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde angegeben.

Der Leistungsumsatz ist die Energiemenge, die ein Mensch bei jeder weiteren Leistung außerhalb des Grundumsatzes verbraucht. Die Faktoren, die den Leistungsumsatz bestimmen, sind Muskeltätigkeit durch Bewegung und Sport, der Energiebedarf beim Wachstum bei Kindern und Jugendlichen, Wärmeregulierung bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen, Verdauungstätigkeiten und in geringem Maß auch geistige Tätigkeiten.

Verdauungsverluste ergeben sich durch die Tatsache, dass die Nahrung im Körper nicht vollständig aufgeschlossen wird bzw. Teile der Nährstoffe durch Stuhl, Urin und über die Haut ausgeschieden werden. Man kann etwa mit einem 10prozentigen Verlust rechnen.

Circa zehn Prozent der Energie werden zudem für den Transport, den Umbau und die Speicherung der Nährstoffe verwendet. Da dabei Wärme entsteht, spricht man bei diesen Prozessen von nahrungsinduzierte Thermogenese.

Führt man sich zu viel Energie zu als man tatsächlich benötigt, kommt es zu Übergewicht. Da in Deutschland der Energiebedarf in den letzten 100 Jahren aufgrund veränderter Berufsbedingungen gesunken ist, die Zufuhr sich allerdings häufig nicht verändert hat, ist dies aus epidemiologischer Sicht eine wichtige Ursache für das hier weitverbreitete Übergewicht.