Antioxidantien

Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die die Oxidation einer anderen Substanz verhindern können. Die Einzahl von Antioxidantien lautet Antioxidans. Im menschlichen Organismus haben Antioxidantien eine große Bedeutung. Sie wirken als Radikalfänger und beugen damit übermäßigem oxidativem Stress vor. Dieser ist ein Mitauslöser von Alterungsprozessen und vielen verschiedenen Erkrankungen. Antioxidantien haben also eine Bedeutung für die Gesundheit des Menschen. Daneben spielen sie auch eine Rolle als Zusatzstoff für die Lebensmittelindustrie. Sie verhindern auch hier schädliche Sauerstoffeinflüsse. Im menschlichen Körper gibt es eine Vielzahl verschiedener Antioxidantien. Besonders wichtig sind das Glutathion und bestimmte Enzyme (beispielsweise Superoxiddismutase oder Glutathionperoxidase). Für die antioxidativen Enzyme sind die Spurenelemente Selen und Zink von besonderer Bedeutung.

Antioxidantien aus der Nahrung

In der Nahrung kommen neben Selen, Kupfer , Mangan und Zink (Innereien, Austern und Rindfleisch) weitere wichtige Antioxidantien vor. Dazu gehören Q10, Vitamin C, Vitamin E (Margarine, Nüsse und Pflanzenöle), Beta-Carotin (Möhren, Kürbis und Aprikosen ). Der Mensch ist auf die Zufuhr von Antioxidantien mit der Nahrung angewiesen und kann sie nicht selbst in der jeweils notwendigen Menge produzieren. Neben den genannten Vitaminen und Mineralstoffen haben auch manche sekundäre Pflanzenstoffe eine Bedeutung als Antioxidantien. Dazu gehören die Carotinoide, Flavonoide, Anthocyane oder Phytoöstrogene. Diese Substanzen kommen in vielen Obst- und Gemüsesorten vor. Daher ist es auch wichtig, jeden Tag fünf Portionen Gemüse und Obst zu verzehren. Ein wertvolles Lebensmittel ist auch Kaffee, der reichlich Antioxidantien enthält. Eine Zufuhr von 2 bis 4 Tassen täglich ist nicht gesundheitsschädlich, sondern fördert die Gesundheit, da es reichlich Antioxidantien zuführt.

Freie Radikale

Unter bestimmten Umständen werden im menschlichen Körper freie Radikale gebildet. Das sind hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die nicht grundsätzlich negativ sind. Sie werden beispielsweise übermäßig unter dem Einfluss von UV-Strahlung und Schadstoffen aufgebaut. Zu viele freie Radikale werden als oxidativer Stress bezeichnet. Dieser erzeugt Zellschäden. Antioxidantien „entschärfen“ freie Radikale und reduzieren den oxidativen Stress. Lebensmittel, die wie Obst und Gemüse, reichlich Antioxidantien enthalten, beugen vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsarten vor. Auch Tee enthält viel mehr Antioxidantien als Gemüse und Obst. Beide Getränke können massiv zur Versorgung damit beitragen.

Nahrungsergänzung

Mit der Nahrung können ausreichend Antioxidantien aufgenommen werden. Dafür ist es erforderlich, jeden Tag mindestens fünf Portionen Gemüse und Obst zu verzehren und sich an die Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hinsichtlich einer ausgewogenen Ernährungsweise zu halten. Bedauerlicherweise herrscht in Deutschland bei vielen Menschen eine Fehlernährung, die die Zufuhr von ausreichend Antioxidantien nicht immer gewährleistet. In der Apotheke gibt es eine Vielzahl von Nahrungsergänzungsmitteln, diätetischen Lebensmitteln, ergänzend bilanzierten Diäten und Medikamenten , die Antioxidantien enthalten. Grundsätzlich sollten Antioxidantien nur nach ärztlichem Anraten eingenommen werden. Zudem ist die Beratung durch Apotheker sinnvoll. Es ist nicht gesichert, dass die Einnahme von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln die Gesundheit fördert. Eine Mega-Dosierung von Antioxidantien sollte unterbleiben, da sie schädliche Auswirkungen haben kann.

Bestimmung der antioxidativen Kapazität

Um den Gesundheitsstatus bemessen zu können, ist es sinnvoll, die antioxidative Kapazität zu bestimmten. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die die Bestimmung der antioxidativen Kapazität ermöglichen. Häufig wird beispielsweise der ORAC-Test durchgeführt. Eine gezielte Verabreichung von Antioxidantien erscheint nur sinnvoll, wenn vorher und im Therapieverlauf der ORAC-Status erhoben worden ist.

Antioxidantien mit E-Nummer

Aber Antioxidantien haben nicht nur eine Bedeutung für die menschliche Ernährungsweise. In der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie werden verschiedene Antioxidantien als Zusatzstoffe eingesetzt. Sie können das Verderben von Lebensmitteln und Kosmetika vermeiden helfen. Zu diesen Antioxidantien gehören auch die Ascorbinsäure, die die E-Nummer 300 und Vitamin E, das die E-Nummer 306 trägt. Rosmarinextrakt wirkt ebenfalls antioxidativ und hat die E-Nummer 392.