Dialyse

Woman sitting back while getting dialysis in hospital

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Die Dialyse ist ein Verfahren zur Blutwäsche bei Menschen, deren Nieren aufgrund von bestimmten Erkrankungen nicht mehr richtig oder nicht mehr arbeiten. Neben der Nierentransplantation ist die Dialyse (Hämodialyse oder CAPD) die wichtigste Ersatztherapie bei einem chronischen Nierenversagen . Sie kommt aber auch als Therapie bei akutem Nierenversagen infrage.

 

Welche Funktion hat die Niere?

Die Niere ist ein lebenswichtiges Reinigungsorgan des Körpers, weil sie Abfallstoffe aus dem Blut filtert und den Körper somit vor Vergiftungen schützt. Darüber hinaus befreit sie den Körper vor überschüssigem Wasser, Mineralstoffen und produziert bestimmte Hormone, die bei der Blut- und Knochenbildung eine wichtige Rolle spielen.

 

Welche Verfahren der Dialyse gibt es?

Unter Dialyse versteht man den Austausch von Stoffen durch eine Membran, eine dünne Trennschicht. Diese trennt Blut beziehungsweise Plasma auf der einen Seite und eine Dialyseflüssigkeit auf der anderen. Man unterscheidet zwei Verfahren der Dialyse. Bei extrakorporalen Dialyseverfahren (in der Regel die Hämodialyse) wird das Blut von einem Gerät außerhalb des Körpers gereinigt. Bei intrakorporalen Dialyseverfahren (in der Regel die CAPD – Peritonealdialyse) findet die Blutwäsche innerhalb des Körpers statt. Der Arzt entscheidet individuell gemeinsam mit dem Patienten, welches Verfahren der Dialyse am sinnvollsten ist.

 

Warum gibt es so viel Dialysepatienten?

Wer auf eine Dialyse angewiesen ist, kann nur mithilfe einer Spenderniere auf die künstliche Blutwäsche verzichten. Da es aber nicht genügend Spendernieren gibt, müssen einige Patienten ihr Leben lang zur Dialyse. Insgesamt gibt es in Deutschland zirka 70.000 Dialysepatienten. Die Zahl der Betroffenen steigt. Die Dialysebehandlung nimmt mehrmals – in der Regel dreimal – in der Woche mehrere Stunden in Anspruch. Mithilfe der Dialyse kann die lebenswichtige Filterfunktion der Niere zwar vorübergehend ersetzt werden. Sie ist aber bei Weitem nicht so effektiv wie die Niere. Dennoch beträgt bei mehr als der Hälfte der Patienten, die dauerhaft auf eine Dialyse angewiesen sind, die Lebenserwartung nach dem Beginn der Dialysebehandlung mehr als zehn Jahre. Diese Prognose sinkt allerdings mit steigendem Lebensalter oder bei zusätzlichen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus vom Typ 2 oder bestimmten Erkrankungen des Herzens. Der Diabetes mellitus ist die häufigste Ursache für eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz.

 

Was müssen Dialysepatienten beachten?

Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion müssen generell extrem auf die Zusammensetzung ihrer Ernährung achten. Das gilt vor allem für die Zufuhr an Flüssigkeit, Eiweiß,, Natrium, Phosphat und Kalium. Wird zu viel von diesen Mikronährstoffen aufgenommen, kann das bei Nierenpatienten lebensbedrohliche Stoffwechselstörungen zur Folge haben. Außerdem haben Patienten mit Nierenschäden häufig zu viel Phosphat im Blut, was das Risiko für die Entstehung von Gefäßschäden wie Arteriosklerose erhöht. Ist die Phosphatkonzentration im Blut trotz einer phosphatarmen Ernährungsweise zu hoch, hat der Arzt die Möglichkeit, Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Phosphatbinder zu verordnen. Da die Niere darüber hinaus für die Ausscheidungsfunktion des Körpers wichtig ist, dürfen Menschen mit schweren Nierenschäden häufig nur noch begrenzte Mengen an Flüssigkeit zu sich nehmen.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Um mögliche Infektionen mit Erkrankungen wie HIV und bestimmter Hepatitis-Formen vorzubeugen, herrschen in Dialysezentren strengste Hygienevorschriften. Dennoch besteht bei extrakorporalen Dialyseverfahren die Möglichkeit einer bakteriellen Infektion an der Einstichstelle des Gefäßzugangs (Shunt). Außerdem können sich dort Blutgerinnsel bilden, die das Gefäß unbrauchbar machen. Mithilfe eines operativen Eingriffs kann der Arzt die Gerinnsel jedoch häufig wieder entfernen. Bei intrakoporalen Dialyseverfahren besteht das Risiko einer Peritonitis (Entzündung des Bauchfells). Diese ist unter Umständen lebensbedrohlich. Der Arzt kann sie aber in der Regel gut mithilfe von Antibiotika behandeln.