Betablocker

Betablocker (auch Beta-Rezeptoren Blocker, β-Blocker oder Beta-Adrenozeptor-Antagonisten) sind Arzneimittel, die die Wirkung des Stresshormons Adrenalin hemmen. Sie wirken blutdrucksenkend und verlangsamen der Herzschlag. Betablocker gehören zu den rezeptpflichtigen Medikamenten.

 

Anwendungsgebiete

Betablocker setzt man in erster Linie bei der Behandlung von Bluthochdruck und verschiedenen Herzerkrankungen wie Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen am Herzen (Koronare Herzkrankheit) ein.

Weitere Anwendungsgebiete von Betablockern sind Schilddrüsenüberfunktion, Angststörungen, Migräne, Tremor und Glaukom.

 

Wirkungsmechanismus

Betablocker entfalten ihre Wirkung im vegetativen Nervensystem. Das vegetative Nervensystem kontrolliert Körperfunktionen wie Atmung, Blutdruck, Verdauung, Stoffwechsel aber z.B. auch die Pupillenreaktion. Die Reaktionen und Vorgänge, die über dieses Nervensystem ablaufen, können von uns nicht willentlich beeinflusst werden. Sie laufen unwillkürlich ab.

Das vegetative Nervensystem gliedert sich noch einmal in die Systeme:

  • Sympathisches Nervensystem (Sympathicus)
  • Parasympathisches Nervensystem (Parasympathicus)
  • Enterisches Nervensystem (Darmnervensystem).

Der Parasympathicus ist für die Ruhe, Entspannungs- und Erholungsphasen zuständig. Der Sympathicus ist aktiv, wenn es um Leistung, Handlungsbereitschaft aber auch Stresssituationen geht. Dann sind die Muskeln angespannt, das Herz schlägt schneller und der Blutdruck erhöht sich.

An der Funktion dieser Nervensysteme und speziell beim Auslösen der Stresssymptome ist das körpereigene Hormon Adrenalin beteiligt. Adrenalin bindet sich an Rezeptoren (Bindungsstellen) des Sympathicus und löst so die jeweiligen Reaktionen aus.

Bei den Rezeptoren des Sympathicus unterscheidet man verschiedene Typen, die „alpha-1“, „alpha-2“ sowie „beta-1“ und „beta-2“ genannt werden. Die Beta-Rezeptoren befinden sich an Herz, Niere bzw. an der Lunge. Dort beeinflussen sie die Geschwindigkeit des Herzschlages.

In diesen Bindungsprozess greifen die Betablocker ein. Sie blockieren die Beta-Rezeptoren, so dass das Adrenalin dort nicht wirksam werden kann. Dies führt zu einer Verlangsamung des Herzschlages. Die Stresssymptome bleiben aus.

 

Wirkstoffe

Wirkstoffe, die ausschließlich beta-1-Rezeptoren blockieren, bezeichnet man als „Beta-1-Selektive“. Dazu zählen u.a. Acebutolol, Metoprolol, Bisoprolol, Atenolol und Celiprolol.

Betablocker, die sowohl Beta-1, als auch Beta-2-Rezeptoren besetzen, heißen „unselektive Betablocker“. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Propranolol, Pindolol, Carteolol, Oxprenolol, Sotalol und Timolol.

 

Nebenwirkungen

Betablocker sollten nicht bei Asthma oder anderen Erkrankungen der oberen Atemwege eingesetzt werden, da sie fast immer eine Verengung der Bronchien bewirken. Außerdem können allergische Hautreaktionen, Müdigkeit, Schlafstörungen sowie eine Einschränkung des Tränenflusses auftreten. Bei Männern kann die Einnahme von Betablockern zu Potenzstörungen führen.

Auch die Wechselwirkungen mit andere Medikamenten sollten Beachtung finden. So können Betablocker zum Beispiel die Wirkung von anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln verstärken.